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The Show must go on … It’s Showtime … oder doch nicht?

Beobachtet man die Kommunikation auf allen Kanälen oder auch im eigenen Freundes- und Familienkreis und liest ein paar aktuelle Statistiken, dann erhält man ein differenziertes Bild: Menschen, die Corona nicht als Gefahr sehen, und Menschen, die sich an alle Regeln halten und hoffen, dass die Pandemie dadurch schneller vorbei geht. Jeder hat seine Gründe und Ängste, ob wirtschaftlich oder gesundheitlich.

Wir sind mal ehrlich: auch in unserer Brust schlagen derzeit zwei Herzen. Das eine muss proben und Konzerte spielen, um den Lebensunterhalt einzelner Musiker zu verdienen und die laufenden Kosten dieses Projektes zu stemmen. Das andere Herz hat Sorge um die Gesundheit und Sicherheit aller Menschen. Beide kämpfen ständig miteinander, da geht es bei manchen Musikern um die pure Existenz und Empathie und Solidarität und Vernunft und Unvernunft und Glaube und Verstehen und …

Gerade in solchen Zeiten brauchen Menschen Unterhaltung. Brauchen sie Verlässlichkeit. Brauchen sie gewohnte Mechanismen. Das ist essentiell und gut für die Psyche. Uns geht es da nicht anders. Wir suchen seit Wochen nach Lösungen, immer mit den zwei Herzen in der Brust. Mal überwiegt der Trotz und dann wieder die Traurigkeit. Manchmal überwiegt die Hoffnung, um dann wieder in Hoffnungslosigkeit zu enden.

Denn uns hat es auch hart erwischt. Wir sind ein kleines Unternehmen, ohne Rücklagen, weil wir entsprechend unseres Ursprungs immer nur kostendeckend gearbeitet haben. Da wir vor zehn Jahren ursprünglich als Verein gestartet sind und es dann nach größer werdendem Erfolg steuerrechtlich in ein Unternehmen überleiten mussten, haben wir es vor fünf Jahren als Nebengewerbe angemeldet (mit 20 Konzerten im Jahr und den im Verhältnis niedrigen Ticketpreisen kann man davon nicht leben, das wollten wir auch nie, nur es ist inzwischen steuerrechtlich mehr als ein Hobby). Dadurch haben wir keinen Anspruch auf Soforthilfe, andere öffentliche Fördertöpfe kommen auch nicht in Frage. Wir haben alles probiert, um unsere laufenden jährlichen Kosten und die bereits verausgabten Werbekosten für die 2020er-Jubiläumstour auch nur ansatzweise erstattet zu bekommen. Wir wissen, andere trifft es noch härter als uns, deshalb wollen wir uns jetzt hier auch nicht ewig beim Jammern aufhalten. Glücklich ist, wer vergisst, was nicht zu ändern ist.

Es gab also mehrere Lösungsansätze, um doch noch irgendwie in dieser Zeit Musik zu machen, weil uns etwas fehlt und auch weil die Kosten drücken. Von digitalen Konzerten im Netz über Autokinokonzerte, Hebebühnenkonzerte und Anhängerkonzerte, die durch die Städte ziehen zum Beispiel. Bei allem gab es, neben den Kosten und Aufwandskriterien, einen Punkt, der uns bis dato davon abgehalten hat: unsere Konzerte leben von der Nähe und der Begegnung, von Herzenswärme und Emotionen, von niedrigen Ticketpreisen und frei zugänglichen gemeinsamen Erlebnissen. All das ist bei den oben genannten Lösungen überwiegend nicht möglich. Markenzeichen in unseren Konzerten sind zudem die leisen Zwischentöne, die Gemütlichkeit, die besondere Stimmung in den Locations, die Nähe zum Publikum und vor allem auch unsere Herzensangelegenheit, andere mit Spenden zu unterstützen. Das alles beizubehalten ist schwer möglich und transportierbar in einem Autokino-Konzert, in einem Konzert über das Internet oder auf einem Anhänger oder auf einer Hebebühne. Da gibt es andere tolle Bands, die können das dort viel besser als wir, die sind geeigneter. Und auf „Teufel komm raus“ zu spielen, egal wie und wo, war nie unser Ziel. Das wären nicht mehr wir, das wäre nicht Project Unplugged.

Es steht immer die Frage im Raum, was ist jetzt das Beste für unser Publikum und auch für uns? Auch beim Heilmittel Unterhaltung kommt es auf die Dosis an. Wo alles nur Unterhaltung ist, wird alles zur Show. Eine Show ist nicht die Wirklichkeit und nicht das Leben. Das Leben besteht nicht nur aus Unterhaltung. Es geht um Verbindlichkeit, eine Entscheidung, die man treffen kann und muss.

Und wir haben nach reiflicher Überlegung eine Entscheidung getroffen. Wir nehmen die derzeitige Situation an wie sie ist und spielen, wenn überhaupt, nur in den geplanten Locations und nur zu gesundheitlich sicheren Bedingungen. Die Gesundheit ist und bleibt das höchste Gut. Wir konzentrieren unsere ganze Energie darauf, an diesen Orten umsetzbare und finanziell nicht ruinöse Konzerte zu spielen, denn wenn es uns nicht mehr gibt, ist das ja auch nicht Sinn der Sache. Sollten Konzerte nicht möglich sein oder wir durch unser Publikum die Rückmeldung bekommen, dass sie lieber warten würden, suchen wir nach neuen Terminen. Dann zahlen wir auch alle schon vor März zahlreich erworbenen Tickets zurück, da wir Gutschein-Lösungen nicht fair finden (wer weiß schon, was übermorgen oder in einem Jahr ist?). Gerne nehmen wir natürlich Ticket-Spenden entgegen, dafür haben wir uns schon etwas überlegt und teilen das dann mit, wenn es soweit sein sollte und wir nicht spielen können. Da das aufgrund der Umstände mit sich tagesaktuell ändernden Verordnungen und örtlich verschieden hohen Infektionszahlen alles sehr kurzfristig sein kann, bitten wir um Geduld. Jedoch spätestens 14 Tage vor der Veranstaltung werden wir kundtun, ob das Konzert stattfinden kann oder nicht.

Bis dahin geben wir in regelmäßigen Abständen auf unseren Social-Media-Kanälen, welche auch auf unserer Website unter News sichtbar sind, immer mal wieder Lebenszeichen von uns. Wir haben zum Beispiel ein paar (lustige ;-) Home-Storys während der Kontaktsperre gefilmt, Interviews geführt, uns eine Film- und Foto-Challenge für euch einfallen lassen und vieles vieles mehr. Ebenso werden wir, falls wir nicht spielen können, in wechselnden Mini-Besetzungen im Rahmen der geltenden Verordnungen an den Konzertterminen vor Ort sein und kleine Ständchen zum Besten geben, nicht viel, nicht groß, aber besser als nichts und wir kommen nicht ganz aus der Übung ;-). So unterhalten wir euch in diesen Zeiten etwas anders, aber immer von Herzen … weil Musik verbindet.

Euer Project Unplugged

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